Inhaltsverzeichnis:
Mein Projekt
Rivertisch mit Epoxidharz
Handhabung und Ergonomie
Die Kantenfräse liegt durch ihre ergonomische Form gut in der Hand.
Durch diese Form und die dadurch resultierende unkonventionelle Haltung muss man sich erst einmal an das Arbeiten mit der Fräse gewöhnen. Ich habe die Fräse ausgiebig getestet und empfinde die Handhabung besser als an einer Kantenfräse, welche mit zwei Händen geführt werden muss. Das sehr geringe Gewicht von gerade einmal ca. 1,3 kg (inkl. 3 Ah Akku) und der Akkubetrieb ohne Kabel überzeugen mich bei der GKF, dadurch lässt sich die Maschine sehr leicht mit einer Hand bedienen. Die Spindelarretierung ist leicht zugänglich und ermöglicht somit ein schnelles Sperren der Spindel. Der Fräser lässt sich dann mit einem Gabelschlüssel SW17 leicht wechseln. Die Tiefe lässt sich ebenfalls sehr einfach einstellen. Durch einen Knopf an der Seite lässt sich die Tiefe grob vor justieren.
Die Feinjustierung findet dann über das Drehen an einer Stellmutter statt, dabei entspricht eine Umdrehung einem Millimeter.
Durch einen Drehknopf kann die Höhenreglung verriegelt werden. Leider hat die Fräse weder einen Tiefenanschlag noch eine Tiefenskala. Der Schalter zum Einschalten der Maschine befindet sich auf der linken Seite der Kantenfräse, ein Einschalten dieser, während man sie in der linken Hand hält, wird dadurch erheblich erschwert. Für einen Linkshänder könnte das zu Problemen führen. Für mich wäre daher ein Schalter an der Vorderseite der Fräse sinnvoller und für jeden praktikabel.
Einsatzmöglichkeiten und Funktionsspektrum
Das Fräsen von Kanten mit der GKF stellt keine Probleme da, auch das bündig Fräsen funktioniert mit der Fräse wirklich gut.
Beim Fräsen von Nuten kommt die Maschine langsam an ihre Grenzen, mit einem kleinen Hub, stellt aber auch dies kein Problem da. Ich habe das Gerät an Hartholz (Eiche) und Weichholz (Fichte) getestet. Das Drehmoment des kleinen 12V Motors ist wirklich gut, wodurch das Bearbeiten beider Holzarten kein Problem darstellt. Beim Versuch eine Eichenbohle mit der Maschine auf einer Planfräsvorrichtung zu planen, musste ich feststellen, dass ihr dafür die Leistung fehlt.
Ein großer Minuspunkt an der Fräse, ist der fehlende Anschluss für eine Staubabsaugung.
Zu einem wird dadurch die Sicht auf den Fräser beim Fräsen von Nuten oder beim Gravieren erheblich beeinträchtigt, zum anderen stellt eine fehlende Absaugung auch beim Tragen einer Maske ein Gesundheitsrisiko da. In der gewerblichen Nutzung ist eine Absaugung seitens der BG eigentlich Pflicht und auch ich hätte mir für den privaten Gebrauch einen solchen Anschluss gewünscht. Im Internet gibt es jedoch viele 3D-gedruckte Adapterplatten mit einem Anschluss für Staubsauger, welche Abhilfe schaffen können. Ein weiterer Nachteil der Kantenfräse ist die niedrige und nicht einstellbare Drehzahl von 13000 1/min. Die Schnittgeschwindigkeit ist vor allem bei kleinen Fräsen zu gering, das führt zu einem nicht so sauberen Schnittbild. Vor allem beim Fichtenholz hätte ich mir eine ordentlichere Kante gewünscht, da es dort immer wieder zu kleinen Ausrissen kam.
Leistung, Akkulaufzeit und Ladezeit
In Sachen Leistung überzeugt die Kantenfräse, das 12V-System reicht für die leichten Arbeiten, für welche die Maschine ausgelegt wurde, vollkommen aus.
Das Drehmoment ist auch bei der Bearbeitung von härteren Hölzern mit großem Hub noch ausreichend. Die Akkulaufzeit des 3 Ah Akkus in Kombination mit der Fräse ist gut. Für das bündig Fräsen oder Kantenfräsen reichen die zwei Akkus im Wechsel aus. Beim Fräsen von Nuten kommt die GKF nicht nur an ihre Leistungsgrenze, sondern der Akku entlädt sich auch schnell. Wenn man nicht zu viele Nuten zu fräsen hat, reichen die beiden Akkus mit 3 Ah jedoch aus. Falls die Akkus doch nicht ausreichen sollten, könnte man auch auf einen bzw. zwei 6 Ah Akkus wechseln. Die Bauform dieser Akkus ist jedoch anders, ob es dadurch zu einer Beeinflussung bei der Handhabung kommt, konnte ich leider nicht testen, da ich nur Akkus mit 3 Ah besitze.
Persönlich fände ich eine Anzeige über die Kapazität direkt an den Akkus und nicht wie hier am Gerät besser (so wie bei den 18V Maschinen).
Das Laden der Akkus mit 3 Ah und dem GAL12-40 Ladegerät dauert etwa eine Stunde, die Ladezeit in Relation zur Arbeitszeit finde ich angemessen. Was mir an dem Ladegerät fehlt, ist eine Ladestandanzeige, gerade wenn man mehrere Akkus gleichzeitig lädt, kann man schnell den Überblick verlieren.
Fazit
Alles in allem ist die GKF12v-8 eine gute, handliche Akku-Kantenfräse. Das schnelle und unkomplizierte Bearbeiten von Kanten ist mit der Fräse optimal möglich.
Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit bin ich von der außergewöhnlichen Ergonomie der GKF überzeugt und möchte sie nicht mehr missen. Das bündig Fräsen ist ebenfalls sehr gut mit der Maschine machbar. Das Gerät kann keine konventionelle Oberfräse ersetzen, als Zweitfräse für leichte Arbeiten ist sie aber hervorragend geeignet. Die dazugehörige L-Boxx bietet genug Platz, um weiteres Zubehör in ihr zu verstauen. Die Akkulaufzeit finde ich für den kleinen 12V Akku recht solide. Die Fräser lassen sich sehr schnell und einfach tauschen, auch die Tiefenverstellung funktioniert sehr gut.
Ein großer Minuspunkt ist für mich die fehlende Absaugmöglichkeit, vor allem aus gesundheitlichen Aspekten.
Aber auch die niedrige Drehzahl gepaart mit der nicht vorhandenen Drehzahlregulierung empfinde ich als störend. Eine angepasste Schnittgeschwindigkeit ist dadurch nicht möglich. Bei mir kam es vor allem beim Abrunden von Kanten immer wieder zu kleinen Ausrissen, da die Drehzahl einfach zu gering war, bei einer Kantenfräse, welche eigentlich genau für diesen Einsatz gebaut wurde, dürfte das eigentlich nicht passieren. Trotzdem kann ich die GKF vor allem für leichte Aufgaben an unzugänglichen Stellen oder überall dort, wo man keinen Stromanschluss hat, empfehlen. Wer aber noch keine Kantenfräse oder Oberfräse besitzt, sollte eher zu einem anderen Gerät greifen.
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